Biografie

 

Heinrich  Verleger

*  1914 in Gütersloh/Westfalen

† 1980 in Bielefeld

Heinrich Verleger studierte nach dem Abitur am Gymnasium Kleve an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Werner Heuer und 1934/35 in der Bühnenbildklasse bei Prof. Walter Wecus.

1937 ging er nach Berlin, um an den Vereinigten Staatschulen für freie und angewandte Kunst bei
Prof. Caesar Klein bis zu dessen Entlassung durch die Nationalsozialisten zu studieren.

Daneben studierte er Theaterwissenschaften und arbeitete als Bühnenbildner Assistent an den Volksbühnen Berlin in der Spielzeit 1937/38.

In diesen Jahren unternimmt er auch zahlreiche Studienreisen durch Europa.
Zudem dokumentiert er 1936 zeichnerisch und fotografisch eine Forschungsreise des Bielefelder Geographen Helmut Verleger. Während dieser Reise entsteht auch die Werkgruppe der isländischen Landschaftsaquarelle.
Mit diesen Bildern hat der Künstler 1936 auch eine Ausstellung in Reikjawyk.

1938 bis 1945 ist Heinrich Verleger als Soldat in Polen, Frankreich und Russland.

Ab 1945 ist er als freischaffender Maler in Bielefeld ansässig.
Er nimmt an den ersten großen Nachkriegsausstellungen deutscher Kunst in Berlin, Düsseldorf, München und Bielefeld teil.
Zu erwähnen ist hier, dass bereits im Dezember 1945 in Bielefeld eine erste Kunstausstellung organisiert worden ist.

Verlegers Bilder sind auch in Einzelausstellungen in der Region Bielefeld zu sehen.
Zahlreiche Wandgestaltungen für öffentliche Gebäude des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Bielefeld entstehen als „Kunst am Bau“ – Projekte.

In den ersten großen Nachkriegsausstellungen in Berlin, München und Düsseldorf werden seine Bilder gezeigt und in der Tagepresse erwähnt.
Er stellt u.a. zusammen mit Joseph Beuys ( damals noch ein traditionell arbeitender Bildhauer, der vornehmlich Sakralkunst herstellte) oder Peter Anton Böckstiegel.

Bedeutsam ist auch, dass Heinrich Verleger 1953 zur Teilnahme der 3. Gesamtdeutschen Kunstausstellung in Dresden (u.a.  mit Eberhard Viegener ) eingeladen wird.
Zur vorbereitenden Tagung  treffen sich die Künstler im  Klubhaus der Kulturschaffenden in Ostberlin.

Anfang der 1950-iger Jahre bezieht er mit seiner Familie nach Düsseldorf im Atelierhaus in der Sittarder Straße ein Atelier. (Heute die „Sittart Galerie“)

Ab 1956 ist H. Verleger als Kunsterzieher an einem Krefelder Gymnasium tätig.
In seiner künstlerischen Entwicklung ist charakteristisch für ihn, dass er in Zusammenhang mit zahlreichen Reisen nach Italien und Portugal in den nächsten zwei Jahrzehnten ein reiches Oeuvre von Landschaftsimpressionen schafft.

Weiter nimmt er an Ausstellungen teil, er ist u.a. auch regelmäßig in der Großen Düsseldorfer Ausstellung vertreten.

1978 kehrt Heinrich Verleger nach Bielefeld zurück, wo er 1980 nach langer Krankheit verstirbt.

Das Werk Heinrich Verleger´s wird vornehmlich von zwei künstlerischen Schwerpunkten geprägt:

–  Der Arbeit als Bühnenbildner und der damit verbundenen Sicht auf das Herausarbeiten von plastisch-räumlichen Qualitäten in detaillierten Bildentwürfen.

–  Der intensiven Beobachtung von Landschaften und deren sensible individuelle malerische Umsetzung in Aquarellen und Gouachen.